Das ändert sich 2022!

Das Jahr 2021 neigt sich dem Ende zu und das neue Jahr 2022 steht schon vor der Tür. Und damit du einen ers­ten Über­blick erhälst, was sich im neu­en Jahr so alles ändert, schau­en wir uns jetzt eini­ge Ände­run­gen an die im neu­en Jahr 2022 in kraft treten.

Einwegpfand

Bis­her war es so, dass nicht alle Ein­weg­fla­schen und Dosen mit dem Ein­weg­pfand von 0,25 Euro belegt waren. Ab dem 01.01.2022 wird sich das nun ändern. 

Um das Pfand­sys­tem zu ver­ein­fa­chen wer­den auf alle Dosen und Ein­weg­plas­tik­fla­schen 0,25 Euro Ein­weg­pfand fäl­lig. Also auch auf z. B. Säf­te, Smoot­hies, alko­ho­li­sche Misch­ge­trän­ke und der­glei­chen, die bis­her vom Pfand befreit waren. 

Nur für die Mil­ch­lob­by gibt es noch eine Aus­nah­me bis 2024. Das heißt Milch­ge­trän­ke, wel­che in Ein­weg­plas­tik­fla­schen ver­kauft wer­den, sind auch noch wei­ter­hin Pfand­frei. Das gilt aber nicht mehr für Ener­gy­drinks mit Milch­be­stand­teil, wel­che in Dosen ver­kauft wer­den. Dosen wer­den nun all­ge­mein mit 0,25 Euro Ein­weg­pfand belegt.

Ver­giss aber nicht, auch wenn es auf die Ein­weg­fla­schen ein Pfand gibt, sind die­se nicht mit den Mehr­weg­fla­schen zu ver­glei­chen. Denn die Ein­weg­fla­schen wer­den, wie der Name schon sagt, nicht wie­der­be­füllt, son­dern lan­den nach jedem Gebrauch im Müll.



Plastiktüten

Ab dem 01.01.2022 sind Ein­weg-Plas­tik­tü­ten, bis auf weni­ge Aus­nah­men, ver­bo­ten. In vie­len Geschäf­ten sind die Ein­weg-Plas­tik­tü­ten bereits aus den Geschäf­ten ver­schwun­den und wur­den durch Ein­weg-Papier­tü­ten ersetzt.

Es gibt aber zwei Aus­nah­men vom Ver­bot. Zum einen sind die dün­nen Plas­tik­tü­ten, wel­che du z. B. im Super­markt in der Obst­ab­tei­lung fin­dest, wei­ter­hin erlaubt. Dick­wan­di­ge Plas­tik­tü­ten die zur mehr­fa­chen Nut­zung gedacht sind, sind eben­falls wei­ter­hin erlaubt. 

Wenn du dei­nem Geld­beu­tel und der Umwelt aber einen Gefal­len tun willst, dann nut­ze am bes­ten Mehr­weg­ta­schen, egal ob aus Stoff oder Plas­tik. Denn auch die Ein­weg-Papier­tü­ten sind nicht beson­ders Umwelt­freund­lich. Zwar zer­fal­len die­se in der Natur rela­tiv schnell und ver­schmut­zen dadurch die Umwelt nicht so stark wie Plas­tik­tü­ten, aller­dings wird auch bei der Her­stel­lung von Papier­tü­ten sehr viel Ener­gie, Was­ser und Che­mi­ka­li­en benö­tigt. Und sie kos­ten auch jedes Mal Geld wenn du sie an der Kas­se erneut kau­fen musst.

Defekte Elektrogeräte

Zukünf­tig kannst du dei­ne defek­ten Elek­tro­ge­rä­te auch im Super­markt und Dis­coun­ter abge­ben. Klei­ne Elek­tro­ge­rä­te, wie z. B. Taschen­lam­pen, Taschen­rech­ner und der­glei­chen kön­nen nun auch im Super­markt abge­ge­ben wer­den und das ohne, dass ein neu­es Pro­dukt dort gekauft wer­den muss. Grö­ße­re Elek­tro­ge­rä­te, wie z.B. Fern­se­her, kön­nen aber nur abge­ge­ben wer­den, wenn auch gleich­zei­tig ein neu­es Gerät gekauft wird. 

Aller­dings müs­sen nur Super­märk­te und Dis­coun­ter alte Gerä­te zurück neh­men, wel­che eine Laden­flä­che haben die grö­ßer als 800 Qua­drat­me­ter ist und die Läden selbst mehr­mals im Jahr Elek­tro­ge­rä­te ver­kau­fen. Die neu­en Rege­lun­gen tre­ten im Janu­ar 2022 in Kraft. Es gibt aber eine Über­gangs­frist von 6 Mona­ten für den Han­del. Das heißt, der Han­del hat bis Juli 2022 Zeit, die neu­en Regeln umzusetzten.

Gewährleistung

Für Käu­fe ab dem 01.01.2022 ändern sich auch die Gewähr­leis­tungs­an­sprü­che des Kun­den. Hier aber nicht die Gewähr­leis­tung mit der Garan­tie ver­wech­seln. Die Gewähr­leis­tung ist vom Gesetz­ge­ber vor­ge­ge­ben und beträgt zwei Jah­re, die Garan­tie ist eine frei­wil­li­ge Leis­tung des Her­stel­lers oder Händ­lers und die Bedin­gun­gen kön­nen hier von die­sen selbst fest­ge­legt werden.

Bis­her war es bei der gesetz­li­chen Gewähr­leis­tung so, dass für die ers­ten 6 Mona­te nach dem Kauf eine so genann­te Beweis­last­um­kehr bestand. Das heißt, der Händ­ler muss­te nach­wei­sen, dass der Defekt durch den Käu­fer her­vor­ge­ru­fen wur­de. Nach den 6 Mona­ten war der Käu­fer in der Pflicht nach­zu­wei­sen, dass der Feh­ler bereits zum Zeit­punkt des Kaufs bestand. 

Für Käu­fe ab dem 01.01.2022 wird die Beweis­last­um­kehr nun zuguns­ten der Käu­fer auf ein Jahr ver­län­gert. Das bedeu­tet, tritt ein Feh­ler inner­halb des ers­ten Jah­res nach Kauf auf, muss der Händ­ler nach­wei­sen, dass der Kun­de für den Feh­ler ver­ant­wort­lich ist.

Automatische Vertragsverlängerung

Bei vie­len Ver­trä­gen ist die still­schwei­gen­de Ver­trags­ver­län­ge­rung nur noch dann zuläs­sig, wenn sich der Ver­trag auf unbe­stimm­te Zeit ver­län­gert und man eine Kün­di­gungs­frist von höchs­tens einem Monat hat. Die­se Ände­rung gilt für Ver­trä­ge, die ab dem 01. März 2022 abge­schlos­sen wer­den. Für Ver­trä­ge die vor dem 01. März 2022 abge­schlos­sen wer­den, gel­ten wei­ter­hin die alten Regeln, dass eine auto­ma­ti­sche Ver­trags­ver­län­ge­rung von bis zu einem Jahr mög­lich ist. 

Für Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­ver­trä­ge gilt die­se Neue­rung aber bereits seit dem 01. Dezem­ber 2021. Von die­sen neu­en Regeln sind aber unter ande­rem Ver­si­che­rungs­ver­trä­ge ausgenommen.

Kündigungsbutton

Es wird ein so genann­ter Kün­di­gungs­but­ton für online abge­schlos­se­ne Ver­trä­ge ein­ge­führt. Bis­her war der Abschluss eines Ver­tra­ges online meist sehr ein­fach mög­lich, bei der Kün­di­gung konn­te es unter Umstän­den aber auch mal kom­pli­zier­ter wer­den. Aus die­sem Grund wird der Kün­di­gungs­but­ton eingeführt. 

Über die­sen soll es mit einem Klick mög­lich sein, sei­ne online geschlos­se­nen Ver­trä­ge zu kün­di­gen. Eben­falls musst du nach der Kün­di­gung über den Kün­di­gungs­but­ton unmit­tel­bar eine Ein­gangs­be­stä­ti­gung dei­ner Kün­di­gung erhal­ten. Dadurch kann ein Anbie­ter auch nicht mehr behaup­ten, dei­ne Kün­di­gung nicht erhal­ten zu haben. 

Der Kün­di­gungs­but­ton muss bis spä­tes­tens 01. Juli 2022 ein­ge­führt wer­den. Und über den Kün­di­gungs­but­ton kön­nen auch Ver­trä­ge gekün­digt wer­den, die vor die­sem Datum online abge­schlos­sen wur­den. Von die­ser Rege­lung sind aller­dings Web­sei­ten, die z.B. Finanz­dienst­leis­tun­gen anbie­ten, ausgenommen.

Gültigkeit von Führerscheinen

Neue Füh­rer­schei­ne haben bereits seit eini­gen Jah­ren ein Ablauf­da­tum. Auch wur­de bereits vor eini­ger Zeit beschlos­sen, dass auch die alten Füh­rer­schei­ne Schritt für Schritt durch neue Füh­rer­schei­ne ersetzt wer­den sollen. 

Im neu­en Jahr lau­fen nun die ers­ten alten Füh­rer­schei­ne ab. Wenn dein Füh­rer­schein bis zum 31.12.1998 aus­ge­stellt wor­den ist, dann gel­ten fol­gen­de Stich­ta­ge, bis zu dem der alte Füh­rer­schein umge­tauscht wer­den muss:

Geburts­jahrStich­tag
vor 195319.01.2033
1953 – 195819.01.2022
1959 – 196419.01.2023
1965 – 197019.01.2024
ab 197119.01.2025

Wenn dein Füh­rer­schein ab dem 01.01.1999 aus­ge­stellt wor­den ist, dann gel­ten fol­gen­de Stich­ta­ge, bis zu dem der alte Füh­rer­schein umge­tauscht wer­den muss:

Aus­stel­lungs­jahr (Füh­rer­schein)*Stich­tag
1999 – 200119.01.2026
2002 – 200419.01.2027
2005 – 200719.01.2028
200819.01.2029
200919.01.2030
201019.01.2031
201119.01.2032
2012 – 18.01.201319.01.2033
*wenn du vor 1953 gebo­ren bist, zählt immer der 19.01.2033 als Stich­tag, unab­hän­gig wann der Füh­rer­schein aus­ge­stellt wurde

elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU)

Ab dem 01.01.2022 gibt es die elek­tro­ni­sche AU-Beschei­ni­gung. Das bedeu­tet, dass der Arzt die Krank­mel­dung direkt an die Kran­ken­kas­se sen­det und du somit nur noch die AU-Beschei­ni­gung an dei­nen Arbeit­ge­ber wei­ter­lei­ten musst. 

Aber auch hier ist geplant, dass die Kran­ken­kas­sen ab dem 01. Juli 2022 dei­nen Arbeit­ge­ber über die Krank­mel­dung unter­rich­ten. Damit müss­test du dann auch nicht mehr dem Arbeit­ge­ber die AU-Beschei­ni­gung zusen­den, denn das wür­de dann dei­ne Kran­ken­kas­se für dich übernehmen.

eRezept

Eine wei­te­re prak­ti­sche Neue­rung, näm­lich das digi­ta­le Rezept, auch eRe­zept genannt, wird wohl doch nicht mehr wie geplant zum 01.01.2022 flä­chen­de­ckend ein­ge­führt. Der neue Gesund­heits­mi­nis­ter hat die Ein­füh­rung vor­erst gestoppt, da die erfor­der­li­chen tech­ni­schen Sys­te­me wohl nocht nicht flä­chen­de­ckend zur Ver­fü­gung ste­hen. Einen neu­en Ter­min, zu wann das eRe­zept ein­ge­führt wer­den soll, gibt es bis­her noch nicht.

Grundfreibetrag

Der Grund­frei­be­trag steigt 2022 von 9.744 Euro auf 9.948 Euro im Jahr an. Das bedeu­tet, dass du erst ab der Über­schrei­tung die­ses Betra­ges Ein­kom­men­steu­er zah­len musst. Für Ehe­paa­re und ein­ge­tra­ge­ne Lebens­part­ner ver­dop­pelt sich der Grund­frei­be­trag auf ins­ge­samt 19.896 Euro im Jahr.

Mindestlohn

Eben­falls steigt der gesetz­li­che Min­dest­lohn zum 01. Janu­ar 2022 von 9,60 Euro auf 9,82 Euro pro Stun­de an. Und am 1. Juli 2022 erfolgt eine wei­te­re Erhö­hung auf dann 10,45 Euro pro Stunde.

Mindestausbildungsvergütung

Auch die gesetz­li­che Min­dest­aus­bil­dungs­ver­gü­tung steigt. Aus­bil­dungs­be­trie­be müs­sen zum Aus­bil­dungs­be­ginn min­des­tens 585 Euro pro Monat für das ers­te Aus­bil­dungs­jahr zah­len. Die Min­dest­ver­gü­tung stei­gert sich dann auch in den dar­auf fol­gen­den Aus­bil­dungs­jah­ren. Im zwei­ten Aus­bil­dungs­jahr sind es dann min­des­tens 690,30, im drit­ten 789,75 Euro und im vier­ten 819 Euro.

EEG-Umlage

2022 soll auch die EEG-Umla­ge gesenkt wer­den und zwar von 6,5 Cent/kWh auf dann 3,723Cent/kWh. Das ist eine Redu­zie­rung um fast 43%. Aller­dings muss die Sen­kung der EEG-Umla­ge lei­der nicht zwangs­läu­fig dazu füh­ren, dass auch dein Stom­preis sinkt.



CO2-Steuer

Die CO2-Steu­er steigt 2022 von 25 Euro auf 30 Euro pro Ton­ne CO2. Der Anstieg um 5 Euro dürf­te damit Heiz­öl, Die­sel und Ben­zin im Schnitt um etwa 1,7 Cent pro Liter verteuern.

Porto

2022 wird auch das Por­to für Post­kar­ten und Brie­fe teurer. 

Das Por­to für die Post­kar­te erhöht sich um 0,10 Euro auf dann 0,70 Euro. Das Por­to für alle Brief­for­ma­te erhöht sich um 0,05 Euro. Ein Stan­dard­brief kos­tet dann 0,85 Euro statt wie bis­her 0,80 Euro und ein Maxi­brief 2,75 Euro statt 2,70 Euro. 

Eben­falls steigt auch er Preis für die Zusatz­leis­tung „Prio“ um 0,10 Euro auf dann 1,10 Euro. Das Stan­dard-Ein­schrei­ben und das Ein­schrei­ben Ein­wurf wird jeweils um 0,15 Euro teu­rer und kos­tet dann 2,65 Euro für das Stan­dard­ein­schrei­ben und 2,35 Euro für das Ein­schrei­ben Einwurf.

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