Richtig heizen

So lang­sam wird es drau­ßen ja wirk­lich kalt und das bedeu­tet auch, dass wir Zuhau­se die Hei­zung hoch dre­hen. Und damit du nächs­tes Jahr kei­ne böse Über­ra­schung bei der Neben­kos­ten­ab­rech­nung erlebst, geben wir dir 10 nütz­li­che Tipps, wie du am effek­tivs­ten heizt und dadurch eini­ges an Ener­gie und Geld spa­ren kannst. Denn die Heiz­kos­ten machen einen gro­ßen Teil unse­rer Neben­kos­ten aus. Und auch wegen den ste­tig stei­gen­den Ene­rie­kos­ten macht es durch­aus Sinn das eige­ne Heiz­ver­hal­ten ein­mal zu überprüfen. 

Funktionsweise Heizkörperthermostat

Zu aller erst müs­sen wir ein­mal ver­ste­hen wie die nor­ma­len Heiz­kör­per­ther­mo­sta­te eigent­lich funk­tio­nie­ren. Auf einem Heiz­kör­per­ther­mo­stat befin­den sich Zah­len von 1 bis 5. Bei den meis­ten Reg­lern befin­den sich zwi­schen den Zah­len zur Unter­tei­lung noch Stri­che und eini­ge Reg­ler haben auch noch zusätz­li­che Sym­bo­le, wie z. B. eine Schneeflocke.

Was aber vie­le nicht wis­sen ist, dass sich hin­ter den Zah­len die gewünsch­te Zim­mer­tem­pe­ra­tur ver­birgt. Das heißt, wir stel­len mit dem Ther­mo­stat nicht ein wie stark die Hei­zung hei­zen soll, son­dern auf wel­che Tem­pe­ra­tur sie hei­zen soll. Aber für wel­che Tem­pe­ra­tu­ren ste­hen dann eigent­lich die ein­zel­nen Zahlen? 

In der fol­gen­den Tabel­le siehst du, wel­che Zahl auf dem Ther­mo­stat für wel­che Ziel­tem­pe­ra­tur steht. 

Zahl auf Ther­mo­statZiel­Tem­pe­ra­tur
112°C
216°C
320°C
424°C
528°C

Hast du dein Ther­mo­stat also auf 3 ste­hen, ent­spricht das einer Ziel­tem­pe­ra­tur von 20 Grad. Sobald die 20 Grad erreicht sind, regelt das Ther­mo­stat die Hei­zung herunter.

Um die Tem­pe­ra­tur auch etwas gra­nu­la­rer ein­stel­len zu kön­nen, gibt es bei vie­len Ther­mo­sta­ten auch noch Stri­che zwi­schen den Zah­len. Hier­bei steht jeder Strich für 1 Grad mehr. 

Auch gibt es vie­le Ther­mo­sta­te die zusätz­li­che Sym­bo­le ent­hal­ten. Die­se die­nen dazu schnell gewis­se Stan­dard­tem­pe­ra­tu­ren ein­stel­len zu kön­nen. Wel­che Tem­pe­ra­tu­ren sich hin­ter den ein­zel­nen Sym­bo­len ver­ber­gen, fin­dest du in die­ser Tabelle:

Sym­bolZiel­tem­pe­ra­tur
Schnee­flo­cke oder SternFrost­schutz­stel­lung
Halb­mondNacht­ab­sen­kung auf 14°C
Son­neGrund­ein­stel­lung auf 20°C

Welche Zimmertemperatur?

Nach­dem wir nun wis­sen, was es mit den Zah­len auf den Ther­mo­sta­ten auf sich hat, soll­ten wir uns als nächs­tes Gedan­ken dar­über machen, wel­che Wunsch­tem­pe­ra­tur wir in den ent­spre­chen­den Zim­mern haben wol­len. Denn der Flur oder die Küche muss meis­tens nicht so warm sein wie das Wohnzimmer. 

Hier­bei ist es wich­tig die per­sön­li­che Wohl­fühl­tem­e­ra­tur her­aus­zu­fin­den. Denn mit jedem Grad weni­ger kannst du 5–10% an Heiz­kos­ten ein­spa­ren. Für die meis­ten Men­schen sind 20 Grad eine ange­neh­me Zim­mer­tem­pe­ra­tur. Im Schlaf­zim­mer und der Küche darf es auch weni­ger sein. Ent­schei­dend ist, dass du dich wohlfühlst.

Zimmertemperatur über den Tag über variieren

Ein wei­te­rer Tipp der dei­ne Heiz­kos­ten nach­hal­tig sen­ken kann, ist die Tem­pe­ra­tur den Tag über zu vari­ie­ren. Wenn du z. B. nicht Zuhau­se bist oder schläfst, musst du dein Wohn­zim­mer nicht auf 20 Grad hei­zen. Für die­se Zei­ten kannst du die Hei­zung um eini­ge Grad her­un­ter dre­hen, z.B. auf 17 Grad. Wenn du meh­re­re Tage nicht Zuhau­se bist, kannst du die Tem­pe­ra­tur auch noch wei­ter absen­ken. Das glei­che gilt auch für dei­ne ande­ren Räu­me, wie z. B. dei­nem Bade­zim­mer, dei­nem Büro und dergleichen.

Digitale Heizkörperthermostate

Damit du aber nicht dau­ernd dar­an den­ken musst, das Ther­mo­stat rich­tig ein­zu­stel­len, bie­ten sich digi­ta­le Ther­mo­sta­te an. Mit die­sen kannst du Grad­ge­nau dei­ne Wunsch­tem­pe­ra­tur ein­stel­len und auch Heiz­pro­fi­le hin­ter­le­gen. Also zu wel­chen Uhr­zei­ten bzw. Tagen wel­che Tem­pe­ra­tur ein­ge­stellt wer­den soll. Damit kannst du ganz ein­fach ein­stel­len, dass dei­ne Hei­zung wäh­rend du schläft oder du auf der Arbeit bist auf eine nied­ri­ge­re Tem­pe­ra­tur ein­ge­stellt ist und kurz bevor du auf­stehst oder nach Hau­se kommst anfängt auf dei­ne Wohl­fühl­tem­e­ra­tur zu hei­zen. Und je nach Modell gibt es auch die Mög­lich­keit von unter­wegs die Tem­pe­ra­tur zu regeln.

Heizung entlüften

Eben­falls soll­test du regel­mä­ßig dei­ne Hei­zung ent­lüf­ten. Spä­tes­tens aber dann, wenn die Hei­zung glu­ckert oder nicht mehr rich­tig warm wird. Denn mit der Zeit kann sich Luft im Heiz­kreis­lauf bil­den. Da Luft aber ein schlech­ter Wär­me­lei­ter ist, ver­rin­gert Luft im Heiz­kreis­lauf die Effi­zi­enz der Heizung. 

Heizkörper und Thermostat nicht abdecken oder zustellen

Wor­auf du auch unbe­dingt ach­ten soll­test ist, dass du dei­nen Heiz­kör­per nicht abdeckst oder zustellst. Der Heiz­kör­per soll­te immer frei sein, denn nur so kann er opti­mal arbei­ten. Das heißt, kei­ne Möbel oder Vor­hän­ge vor die Hei­zung, denn dann kann sich die erwärm­te Luft nicht rich­tig im Raum ver­tei­len, was zu erhöh­ten Heiz­kos­ten führt, da die Hei­zung nicht effek­tiv arbei­ten kann.

Eben­falls soll­te auch dein Ther­mo­stat immer frei sein, denn nur so kann die­ses die Zim­mer­tem­pe­ra­tur gut erfas­sen und die Hei­zung kor­rekt regeln. Steht z.B. ein Sofa vor dei­nem Ther­mo­stat kann es sein, dass sich die Wär­me hin­ter dem Sofa staut und das Ther­mo­stat die Hei­zung run­ter dreht, obwohl der Rest des Zim­mers noch nicht auf der gewünsch­ten Tem­pe­ra­tur ist. 

Rollläden und Vorhänge schließen

Ein wei­te­rer loh­nen­der Tipp ist, nachts die Roll­lä­den und Vor­hän­ge zu schlie­ßen. Denn wenn die Roll­lä­den geschlos­sen sind, bil­det sich zwi­schen dem Fens­ter und dem Roll­la­den eine Luft­bar­rie­re, wodurch der Wär­me­ver­lust über die Fens­ter mini­miert wer­den kann. Eben­so ver­hält es sich bei geschlos­se­nen Vor­hän­gen. Das kann die Wär­me­ver­lus­te durch das Fens­ter um etwa 20% verringern.

Heizlüfter nur im Notfall nutzen

Wenn du einen Heiz­lüf­ter Zuhau­se hast, dann soll­test du die­sen nur im Not­fall nut­zen, also wenn z. B. die Hei­zung nicht mehr funk­tio­niert. Denn Heiz­lüf­ter ver­brau­chen sehr viel Ener­gie. Daher ist ein Dau­er­be­trieb die­ser Gerä­te eine enor­me Ener­gie- und Geldverschwendung.

Richtig Lüften

Ein wei­te­rer Tipp ist das rich­ti­ge Lüf­ten. Denn rich­ti­ges Lüf­ten beugt nicht nur Schim­mel vor, son­dern kann auch rich­tig viel Geld spa­ren. Ver­mei­de es daher, dei­ne Fens­ter dau­er­haft zu kip­pen. Denn durch ein gekipp­tes Fens­ter fin­det nur ein gerin­ger Luft­aus­tausch statt. Aller­dings kühlt die Woh­nung und vor allem die Wän­de um das Fens­ter her­um sehr stark aus. Daher muss umso mehr Ener­gie auf­ge­wen­det wer­den um die Woh­nung wie­der auf die gewünsch­te Tem­pe­ra­tur zu hei­zen. Eben­falls kann dadurch die feuch­te Luft ver­mehrt an der kal­ten Wand kon­den­sie­ren und somit Schim­mel begünstigen.

Statt­des­sen soll­test du mehr­mals am Tag Stoß­lüf­ten. Denn beim Stoß­lüf­ten hast du inner­halb kür­zes­ter Zeit einen gro­ßen Luft­aus­tausch. Das heißt feuch­te, ver­brauch­te Luft wird nach außen abtrans­por­tiert und fri­sche Luft kommt in die Woh­nung. Zum Stoß­lüf­ten ein­fach die Fens­ter kom­plett öff­nen und nach 5–10 Minu­ten wie­der schließen. 

Und ver­giss nicht beim Lüf­ten immer dei­ne Hei­zung aus­zu­dre­hen, denn sonst heizt du sprich­wört­lich zum Fens­ter raus. Hier haben auch die digi­ta­len Heiz­kör­per­ther­mo­sta­te ihre Vor­tei­le, da die­se meis­tens eine Fens­ter-Offen-Erken­nung haben bzw. die­se über einen Sen­sor am Fens­ter wis­sen, wenn du das Fens­ter offen hast und dann die Hei­zung ausdrehen.

Wechsel des Energieversorgers prüfen



Und natür­lich macht es auch immer Sinn ein­mal zu schau­en, ob man durch einen Wech­sel des Ver­sor­gers sei­ne Kos­ten zusätz­lich sen­ken kann. Eine ein­fa­che Mög­lich­keit ver­schie­de­ne Ver­sor­ger mit­ein­an­der zu Ver­glei­chen ist ein Ver­gleichs­por­tal. Hier­rüber kannst du ganz ein­fach prü­fen, ob es einen güns­ti­ge­ren Anbie­ter für dich gibt. Aller­dings soll­test du nicht nur auf den Preis ach­ten, son­dern auch dar­auf, einen Ver­trau­ens­wür­di­gen Anbie­ter zu nutzen.

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